Während die einen schon ihren Kater auskurierten, waren die anderen noch schwer in Aktion: Auch am Dienstag sind in NRW noch Karnevalszüge unterwegs gewesen. Sehen Sie hier Bilder von den Umzügen in Olfen und Nordkirchen.
Hoch her ging es heite auf dem Karnevalszug in Olfen. Zehntausende von Besuchern jubelten den Jecken beim großen Nelkendienstagsumzug zu. Die Teilnehmer in den 22 Großwagen und mehr als 70 Fußgruppen und Musikkapellen winkten bester Laune zurück. Vorneweg fuhr der Kinderprinzenwagen mit Prinz Tim, Johann Aaron und Funkenmariechen Luna.
Tausende Menschen zogen auch durch den Ortskern in Nordkirchen. Pünktlich um 14.11 Uhr schlängelte sich der Zug durch die Innenstadt. Musikalische Unterstützung bot Schlagerstar Mickie Krause.
In Mönchengladbach feierten nach Polizeiangaben mehr als 300 000 Menschen friedlich beim größten Veilchendienstagszug der Republik. Unter dem Motto „Wir fahren ab auf Gladbach“ zogen 73 Festwagen und 4100 Kostümierte durch die niederrheinische Großstadt. Auch in einigen Kölner Stadtteilen gab es erst am Dienstag Karnevalszüge.
Am Aschermittwoch ist schließlich alles vorbei. Zum Abschied vom Karneval treffen sich die Jecken dann zum traditionellen Fischessen. In vielen Kneipen in Köln wird in der Nacht zum Aschermittwoch unter großem Wehklagen der Nubbel verbrannt – eine Stoffpuppe, die symbolisch für alle Sünden der Karnevalszeit büßen muss. In Düsseldorf versammeln sich die Jecken zu einem Trauerzug, ehe sie die Narrenfigur Hoppeditz ebenfalls den Flammen anheim geben.
Polizei zieht bisher recht positive Bilanz
Polizei und Rettungskräfte zogen am Dienstag eine weitgehend positive Bilanz. „Die Gewaltbereitschaft war insgesamt geringer als im letzten Jahr“, sagte ein Polizeisprecher in Köln. Dort hatten Polizei und Feuerwehr nach eigenen Angaben am Rosenmontag weniger Einsätze als in den vergangenen Jahren. Eine Frau erlitt schwere Kopfverletzungen, weil sie von einem Pferd am Kopf getreten wurde.
Nach Angaben des Polizeisprechers wollte die 63-Jährige in einem abgesperrten Bereich zwischen einer Reitergruppe Kamelle aufsammeln, als ein Pferd scheute und ausschlug. Die Frau wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt rückte die Kölner Feuerwehr Rosenmontag zu 445 Einsätzen aus, im Vorjahr waren es 500. In den Unfallhilfsstellen behandelten die Rettungskräfte 236 Patienten (2011: 198), von denen 60 in Krankenhäuser gebracht werden mussten.
Die Kölner Polizei musste mehrfach bei Schlägereien und gegen Betrunkene einschreiten. Die Beamten nahmen rund 40 Menschen fest oder in Gewahrsam, sie schrieben 34 Anzeigen wegen Körperverletzungen. In der Innenstadt drohten 30 alkoholisierte Fußball-Hooligans Krawall zu machen. Sie erhielten Platzverweise, die Situation sei nicht eskaliert, sagte ein Polizeisprecher.
“Einsatzkonzept ging auf”
In Düsseldorf behandelten die Rettungskräfte rund um den Rosenmontagszug 182 Menschen, etwas mehr als im vergangenen Jahr (145), 79 kamen ins Krankenhaus. Die Hilfskräfte mussten sich um rund 230 Betrunkene kümmern. Ein Helfer erlitt ein Knalltrauma durch Böller. Die Düsseldorfer Polizei verhängte gegen 29 Personen Platzverweise. Insgesamt hatten die Beamten zwischen Weiberfastnacht und Dienstagmorgen knapp über 3000 Einsätze, etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Darunter waren 95 Körperverletzungen, 44 Schlägereien und 89 Randalierer.
„Das Einsatzkonzept ging auf“, bilanzierte der Leitende Polizeidirektor Dieter Höhbusch. Dazu beigetragen hätten ein starkes Polizeiaufgebot, das konsequente Einschreiten gegen Problemgruppen und das Glasverbot. Auch das Kölner Ordnungsamt bewertete das Glasverbot als Erfolgsmodell.
Auch im Münsterland machten die Narren der Polizei nur wenig Ärger. Dort hatten die Beamten mit betrunkenen Jugendlichen und kleineren Schlägereien zu tun. In Ahaus mussten fünf Menschen ins Krankenhaus, nachdem ein junger Mann in einem Festzelt Pfefferspray versprüht hatte. Im Kreis Düren hatte die Polizei fast 50 Einsätze wegen Schlägereien und Körperverletzungen.
Dieser Beitrag stammt aus der Münsterland Zeitung, den gesamten Originalbeitrag finden Sie hier.


